Am Donnerstag war es soweit, endlich konnte ich meinen Geburtstagsgeschenk vom letzten Jahr einlösen: ein Kochkurs für ein 4-Gänge-Menü, zusammen mit meinem Schatz!
Und es war ein wirklich schöner Abend... mit leckerem Essen und unglaublich netten Leuten.
Zur Begrüßung gab es ein Glas Sekt und kleine Brötchen mit Artischockenpaste. Für mich gabs natürlich keinen Alkohol, sondern sowas ähnliches wie Aperol, aber eben alkoholfrei. Ich mag zwar diese bitteren Getränke nicht so, aber ich fand es nett, dass der Gastgeber an mich gedacht hatte. Ich hatte ja vorher Bescheid gegeben, dass ich leider keinen Alkohol trinken darf und deshalb wurde der Alkohol auch im Essen weggelassen. Lediglich das Fleisch war vorher in Rotwein eingelegt, aber ich denke, da hat sich der Alkohol beim Braten verbruzzelt. Mir war es zwar schon ein bisschen peinlich, wenn die Köchin sagte "Das würden wir jetzt mit Wein ablöschen / Hier würden wir jetzt einen Schluck Cognac hinzugeben... aber das lassen wir ja heute weg!", weil auch alle anderen Teilnehmer wegen mir auf den Alkohol verzichten mussten, aber ich kann es ja leider nicht ändern.
Dann stand die ganze Gruppe (10 Personen) um den Herd rum und die Köchin erklärte uns die einzelnen Schritte unseres Menüs. Jeder hatte eine Schürze bekommen und wer wollte, konnte mitschnibbeln, rühren, anbraten, mischen usw. Wer keine Lust hatte, konnte auch einfach nur zusehen. Die Stimmung war total locker, wir mussten uns alle manchmal echt zusammenreissen, damit wir vor lauter Ratscherei überhaupt etwas mitbekommen haben (Gott sei Dank gabs die Rezepte zum mitnehmen). Toll fand ich auch, dass es wirklich Rezepte waren, die jeder daheim nachkochen kann, die Zutaten bekommt man in jedem besseren Supermarkt und man braucht auch keine besonderen Küchengeräte dafür.
Und das war unser Menü:
Vorspeise: Käsesoufflé mit Baby-Leaf-Salat

Zwischengang: gebratene Jakobsmuschel auf Belugalinsensalat

Hauptgericht: Sizilianischer Kalbsbraten mit cremiger Kräuterpolenta

Dessert: Crespelle mit Walnuss-Honig-Füllung

Es war alles wirklich lecker, aber ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich kein Gericht so richtig vom Hocker gerissen hat. Das Käsesoufflé hat kaum nach Käse geschmeckt und war mir auch irgendwie zu roh. Vielleicht bin ich da auch zu wenig Feinschmecker. Ich werde das aber nochmal ausprobieren und einen kräftigeren Käse verwenden (und etwas länger im Ofen lassen).
Der Linsensalat war viel besser als ich dachte, ich hatte vorher noch nie Linsen gegessen, aber als Zwischengang war das einfach viel zu üppig. Ich war danach so satt, dass ich die zwei nächsten Gänge gar nicht mehr gebraucht hätte.
Der Kalbsbraten war auch nicht so mein Fall, aber das mag daran lieben, dass ich einfach nicht so der Braten-Fan bin. Aber die Kräuterpolenta war gut, die werde ich bestimmt mal nachkochen.
Die Nachspeise war richtig gut (auch wenn ich da echt schon kämpfen musste), aber es war halt doch einfach nur ein Pfannkuchen. Die Füllung bestand aus Sahne, Walnüssen und Honig (und Rumrosinen, aber die musste ich ja weglassen), da kann man geschmacklich nicht viel verkehrt machen.
Aber es war trotzdem ein rundum gelungener Abend, die 4 Stunden waren viel zu schnell vorbei. Und ich würde diesen Kochkurs (mit einem anderen Menü) sofort wieder machen, wenn da nicht der Preis wäre. 130 Euro pro Person ist halt schon ne Menge Geld.